Pranger
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Der Pranger vor dem Rathaus
Das Halseisen vor dem Rathaus erinnert an die Justiz des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Obwohl es auf den ersten Blick echt wirkt, handelt es sich dabei lediglich um eine originalgetreue Reproduktion. Das echte Halseisen befindet sich heute im Museum Obwalden, wo es als Zeugnis des früheren Strafrechts konserviert wird.
Der Zweck des Prangers
Der Pranger diente der öffentlichen Bestrafung. Verurteilte wurden zur Abschreckung und Demütigung hier zur Schau gestellt. Diese sogenannte „Ehrenstrafe“ sollte nicht nur für den Straftäter schmerzhaft und beschämend sein, sondern auch die Gesellschaft daran erinnern, welche Vergehen geahndet wurden.
Ein Beispiel für eine solche Strafe ist die Verurteilung des Sarner Bürgers Franz Spiller im Jahr 1721. Spiller wurde wegen mangelnder Frömmigkeit bestraft. Neben einer Prügelstrafe und der Zurschaustellung am Pranger wurde ihm eine Busspilgerreise nach Einsiedeln auferlegt.
Der Lasterstein und seine Geschichte
Der Stein, an dem das Halseisen befestigt ist, wird auch «Lasterstein» genannt. Im Jahr 1840 sollte er erstmals entfernt werden, doch der Beschluss wurde nicht umgesetzt. Im Jahr 1867 stellte man bei einer erneuten Diskussion fest, dass der Pranger in einem schlechten Zustand war und bereits längere Zeit nicht mehr genutzt wurde. Der Stein wurde daraufhin abgebaut und ins Seefeld transportiert, wo er zusammen mit anderen Steinabfällen lagerte.
Dank der Initiative des Regierungsrats Josef Wolfgang Stockmann, der den Stein in seinem Garten aufstellte, blieb er erhalten. Seit 1978 steht der Lasterstein wieder vor dem Rathaus. Das heutige Halseisen wurde ebenfalls in diesem Jahr rekonstruiert und ergänzt den historischen Kontext des Platzes.
Die Bedeutung des Prangers in der Gesellschaft
Der Pranger war nicht nur ein Ort der Strafe, sondern auch ein Symbol für die Macht und Autorität der lokalen Gerichtsbarkeit. Seine präsente Lage vor dem Rathaus verdeutlichte die enge Verbindung zwischen Rechtsprechung und öffentlichem Leben. Solche Einrichtungen waren in vielen Gemeinden Mittel zur Aufrechterhaltung sozialer Ordnung und Normen.
Heute bietet der Pranger einen eindrucksvollen Einblick in die rechtlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen vergangener Jahrhunderte.
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