Schaufenster

Im diesem virtuellen Schaufenster werden in unregelmässiger Folge Objekte aus der Sammlung des Museums vorgestellt.

Foto aus der Ausstellung "IM BILD" (ca. 1905. Glas-Fotoplatte, Fotograf unbekannt)

1905 wurde die Bergstrecke von Giswil auf den Brünigpass für den Motorwagenverkehr gesperrt. Wer trotzdem passieren wollte, musste dem Auto ein Pferd vorspannen. Auch nach Aufhebung des Verbots kam es noch vor, dass Automobilisten auf der Brünigstrecke ein Pferd vorspannen mussten, weil sie sonst die zulässige Geschwindigkeit von 10 km p. Std. überschritten hätten.

Frida Rothenfluh-Haas (1884-1977) erinnert sich an die ersten Autos: "Dazumal hat man das Wort "Auto" noch nicht gekannt, man sagte "Dampfscheesä". Wenn mein Bruder Tori und sein Freund Kamil eines vom Brünig her rasseln hörten, legten sie schnell eine Haglatte quer über die Strasse. Natürlich musste es halten, denn sie wollten es in der Nähe ansehen."

Europäische Tage des Denkmals, 12./13. Sept. 2015

Austausch - Einfluss:

Spanische Suppenschüssel

Der Name „Spanische Suppenschüssel“ verweist auf das Gericht, das damit traditionell zubereitet wird, die Spanische Suppe, die Olla Potrida. Das Rezept brachten wohl Reisläufer nach Obwalden, nicht aber die Schüssel. Diese wurde in Zürich gegossen.

Das Eintopfgericht, bestehend aus Brühe und Schichten von Gemüse und Fleisch, war im 16. und 17. Jahrhundert sehr beliebt. Geschätzt wurde die Spanische Suppe vor allem an Sonn- und Feiertagen. Denn während die Familie mitsamt Gesinde den Gottesdienst besuchte, schmorte der Eintopf im Kachelofen oder in der Glut des Kochherdes. Nach dem Gottesdienst war die Suppe fertig.

Die Spanische Suppenschüssel ist ein praktisches Küchenutensil. Doch sie stillte auch das Bedürfnis wohlhabender Familien nach Repräsentation: Wegen der Hitze kam eine wertvolle Bronzelegierung zum Einsatz, die zudem sehr geeignet ist für Reliefdarstellungen. Die hier gezeigte Schüssel stammt aus der Zürcher Glocken- und Geschützrohr-Giesserei Füssli, die von Mitte des 15. Jahrhunderts bis 1845 bestand.

Die Schüssel hat einen Durchmesser von 15,5 cm und eine Höhe von 13 cm, steht auf einem gusseisernen Rost und besitzt einen glatten Deckel. Rund um die Schüssel zieht sich ein mit Ranken und Ornamenten verzierter Fries mit Musikanten und fröhlich tanzenden Landleuten.

Einzigartig für die Obwaldner Schüssel ist ihr Hinweis auf den Besitzer:  Der Fries wird geteilt durch die Initialen N und W über dem Wappen des Geschlechts Wirz. Das Wappen weist auf ein Familienerbstück hin, der Auftraggeber und erste Besitzer war sehr wahrscheinlich Niklaus Wirz, Landammann von 1545 bis 1550.

Hochwasser Sarnen im August 2005 

Kopf aus Ton (Standort: Depot)

Vor zehn Jahren wurde Sarnen von einem verheerenden Hochwasser betroffen. Schwer geschädigt wurde dabei auch das Lager des Historischen Museums, das im Keller der Kantonsschule untergebracht war. Glücklicherweise konnte ein Teil rechtzeitig evakuiert werden, dennoch waren die Schäden enorm. Einiges war unrettbar verloren oder ist seither nicht mehr auffindbar, vieles wurde zwischenzeitlich restauriert. Zur Erinnerung an dieses Hochwasser bewahrt das Museum einen zum grossen Teil zerstörten Gegenstand auf:

Beim Kopf aus Ton handelt es sich vermutlich um ein Modell des Bildhauers Richard Kissling (1848 – 1919), angefertigt für die „Melchthalgruppe“ (auch: Melchigruppe). Kissling - der Schöpfer des Telldenkmals in Altdorf - schuf 1891 Vater und Sohn Melchtal in Gips. Vorgesehen war die Ausführung in Bronze und als Standort war der  Landenberg gedacht. Soweit kam es allerdings nicht, es blieb beim Gips. Die Figuren wurden erst im Rathaus aufgestellt und waren danach jahrelang eingelagert, bis sie im Gerichtsgebäude in Sarnen einen neuen Standort fanden und dort besichtigt werden können.

Zur Geschichte von Erni vom Melchi (auch: Arnold von Melchtal) s.  http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D47569.php

Die Melchigruppe aus Bronzeguss auf dem Landenberg. Die Idee wurde nicht ausgeführt, es blieb bei der Illustration.

Aktuell zum Jodlerfest und zu Obwald, Juni/Juli 2015:

Der Büchel – ein gefaltetes Alphorn

Büchel und Alphorn haben vieles gemeinsam: Sie sind Blasinstrumente ohne Löcher, Klappen oder Ventile, um die Tonhöhe zu regulieren. Aus beiden erklingen nur Naturtöne. Der Klang des Büchels ist heller, kantiger; ihn zu spielen – er wird gehalten wie eine Trompete – ist heikler. Die Büchel sind meist in B oder C gestimmt. Den ersten Büchel haben vermutlich im 18. Jahrhundert Alphirten geblasen. Der Büchel des Historischen Museums Obwalden wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut, von wem ist unbekannt.   

Anders als das Alphorn ist der Büchel kompakter und nur rund 90 cm lang. Denn beim Büchel wird das Schallrohr in drei nebeneinander liegende Schlaufen gefaltet und erreicht so eine Länge von 265 cm, was einem Alphorn entspricht. Der Büchel besteht aus einheimischem Fichtenholz mit dichten Jahrringen, die Stämme werden längs halbiert, danach ausgehöhlt, zusammengeleimt und mit Holzreifen gesichert.  Die Wandstärke misst 4 bis 7 Millimeter heller – je dünner, desto heller ist der Klang. Die geraden Schallrohre werden mit Bogenstücken verbunden. Früher wurde der Büchel mit Rindenstreifen umwickelt, heute mit Peddigrohr. Zum Schluss wird das aus Hartholz gedrechselte Mundstück eingesetzt.

Aktuell zum 50-Jahr Jubiläum der Obw. Philatelisten, Juni 2015:

Die Postbrente von Sarnen, um 1800

Die rund einen Meter hohe Postbrente von Sarnen dürfte die letzte noch erhaltene sein. Sie besteht aus Holz und besitzt einen abschliessbaren Deckel. Auf seiner Oberseite sind die Initialen des Postboten J(ohann) J(gnaz) A(nder) H(alden) eingeschnitzt. Das Wappen in den Obwaldner Farben sowie das gelbe Posthorn mit den drei roten Kordeln auf der Vorderseite stammen von 1923. Auf der Rückseite befinden sich zwei Tragriemen mit Ketten und hölzernen Bügeln, die auf den Schultern des Trägers aufliegen.

Ein Bote, der zu Fuss mit einer Brente Post zwischen Sarnen und Luzern transportiert, wird erstmals 1766 erwähnt. Sein Weg führt über den Renggpass, dienstags direkt nach Luzern, donnerstags mit einem Abstecher nach Stansstad. Um 10 Uhr muss der Bote in Luzern eintreffen und abends um 6 wieder in Sarnen sein. Um 1840 kommt mit dem Postsack das Aus für die Postbrente. Und transportiert wird nicht mehr zu Fuss, sondern mit Kutsche und Dampfschiff.

Altarflügel der Sakramentskapelle,1522

Die zwei bemalten Holztafeln erzählen die Geschichte, die zum Bau der Kapelle im Sakramentswald oberhalb Giswil geführt hat: 1492 brachen drei Diebe in die Lungerer Kirche ein, brachen den Tabernakel auf und stahlen mit den Kirchengeräten auch die geweihten Hostien, die unterwegs auf den Waldboden geworfen wurden. An diesem Ort entsprang eine Quelle, der man bald wundertätige Wirkung nachsagte. 1522 wurde deshalb an diesem Ort eine Kapelle erbaut. Einer der Diebe wurde gefangengenommen und für die Tat zum Tod am Galgen verurteilt.

 

Das Juliusbanner, ein Prunkstück des Historischen Museums Obwalden, wurde von Papst Julius II. 1512 den Unterwaldnern für die militärische Hilfe im sogenannten Pavierzug gegen die Franzosen verliehen.

In Mailand hergestellt, zeigt es im oberen Feld den hl. Petrus mit dem doppelbärtigen Schlüssel in der Hand, im Eckquartier die Kreuzigung Christi mit den Passionssymbolen.

Seines historischen wie auch künstlerischen Wertes wegen in hohen Ehren gehalten, wurde das Banner nur zur Repräsentation gebraucht. An die Landsgemeinde trug man es letztmals 1920, seit 1929 ist es im Historischen Museum Obwalden ausgetellt.

Danke!

Mittwoch, 20. Sept., 19.30 Uhr

Recht und Gerechtigkeit in den Obwaldner Sagen

Vortrag von Mike Bacher

Eine verwunschene Alp, auf der es spukt? Ein Filmteam begibt sich auf Spurensuche.

Zum "gluschtig" machen der Trailer des Films "Alp Seli". Der ganze Film ist in der Ausstellung "Sagen, Mythen und Legenden in Obwalden" zu sehen.