Salzherrenhaus
Objekt

Audio
Text
Geschichte und Nutzen
Das Salzherrenhaus in Sarnen wurde 1544 von Landammann Niklaus Imfeld erbaut. Nach einem Brand 1556 zerfiel ein Teil des Hauses, wobei seine Kinder es folglich wieder aufbauten. Um 1647 diente es als Gasthaus „Löwen“ und gelangte in den Besitz der Familie Stockmann. 1797 übernahm Felix Josef Stockmann die Verantwortung für den Salzhandel in Sarnen, wodurch das Gebäude seinen heutigen Namen erhielt.
1891 wurde das Haus umgebaut und ein Jahr später zur „Löwenapotheke“. Diese wandelte sich von einer Arzneimittelproduktionsstätte zu einem Zentrum für medizinische Beratung. Heute gehört das Gebäude der Obwaldner Kantonalbank (OKB).
Das „Weisse Gold“ und deren Herren
Salz war über Jahrhunderte ein begehrtes Handelsgut, da es für die Konservierung von Lebensmitteln und in der Viehwirtschaft unverzichtbar war. Zum Beispiel benötigt eine einzige Kuh täglich bis zu 90 Gramm Salz. Ein Mensch dagegen benötigt nur 1.5 Gramm, um durch den Tag zu kommen.
Da Obwalden keine eigenen Salzvorkommen hatte, musste das Salz aus anderen Regionen importiert werden. Die Versorgung erfolgte über Handelsrouten, die durch die Alpen führten, wobei der Transport und die Verzollung streng kontrolliert wurden.
Der Salzherr war für die Verwaltung dieses Handels verantwortlich. Er überwachte den Import, die Lagerung und den Verkauf des Salzes sowie die Abgaben, die darauf erhoben wurden. In Sarnen übernahm Felix Josef Stockmann 1797 diese Aufgabe und verrichtete dies im Salzherrenhaus. Sein Amt war mit wirtschaftlicher und politischer Verantwortung verbunden, da der Salzhandel nicht nur für die lokale Bevölkerung, sondern auch für die umliegenden Märkte von Bedeutung war.
Die (eigene) Entwicklung der Löwenapotheke
1892 eröffnete Apotheker Carl Stockmann die „Löwenapotheke“ und war anfangs bekannt für die Produktion und Verkauf von traditionellen Heilmitteln. Nach Eigenrezeptur wurden Reinigungs- und Spritzmittel, Eau de Cologne, Backpulver, Lack und vieles mehr hergestellt. Auch Eigenkreationen war Teil dieser Apotheke. Ein spezielles Produkt war das „Miresano Kraft-Elixir“, ein Trunk das „Anmut und Stärke“ versprach.
Im „Sodahaus“, welches sich hinter der Apotheke befand, war Carl Stockmann in der Mineralwasser- und Limonadenproduktion tätig. Inspiriert von seiner Studienzeit in den USA, produzierte er seine „Fresca-Limonade“, welches er als gesetzlich geschützte Handelsmarke eintragen liess. Es war ein erfrischendes, leicht säuerliches Getränk, das in Sarnen grosse Beliebtheit erlangte.
Später verlagerte sich der Schwerpunkt auf pharmazeutische Beratung und den Verkauf industriell hergestellter Medikamente. Die Apotheke blieb lange eine wichtige Anlaufstelle für gesundheitliche Fragen in der Region.
Glückwunsch
Toll, du hast es geschafft. Das Museum Obwalden gratuliert dir zum Abschluss der Tour. Du möchtest noch mehr zur Geschichte und Kultur von Obwalden erfahren, dann:
- Abonniere den Newsletter unten
- Besuche uns ab Mai 2027 im Museum Obwalden
- Oder werde Mitglied im Historischen Verein Obwalden
Wir freuen uns auf dich!
