Frauenkloster
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Die Trennung vom Doppelkloster Engelberg und der Umzug nach Sarnen
Seit der Gründung im Jahr 1120 bestand das Kloster Engelberg aus einer Gemeinschaft von Mönchen und Nonnen. Im 13. und 14. Jahrhundert erlebte das Frauenkloster eine Blütezeit und übertraf die Mönchsgemeinschaft zahlenmässig. Um die Versorgung zu sichern, wurde die Anzahl der Nonnen 1353 auf 100 begrenzt.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts setzte ein Niedergang ein. Chronisten berichten von wirtschaftlichen und moralischen Schwierigkeiten, doch die genauen Ursachen bleiben unklar. Schliesslich wurde entschieden, die Frauengemeinschaft zu verlegen.
Am 18. Februar 1615 verliessen die ersten Nonnen Engelberg und reisten nach Sarnen. Sie wurden begleitet von Wolfgang Stockmann, einem einflussreichen Landammann aus Sarnen und Ritter des Heiligen Grabes. Stockmann (um 1571–1644) stammte aus einer angesehenen Familie und spielte als Anführer der spanischen Partei in Obwalden eine wichtige politische Rolle. Er sicherte den Nonnen Schutz und Beistand während der beschwerlichen Winterreise.
Zunächst fanden die Nonnen Unterkunft in einem Haus nahe der Dorfkapelle, bevor sie 1618 in das neu errichtete Klostergebäude einzogen. Die Klosterkirche wurde dem Heiligen Benedikt geweiht, und das Kloster wuchs weiter.
Das Sarner Jesuskind – Eine wundertätige Reliquie
Das Sarner Jesuskind ist eine gotische Holzfigur aus dem 14. Jahrhundert. Der Legende nach wurde sie an Heiligabend um 1360 einer kranken Nonne in ihre Zelle gebracht. Die Figur bewegte sich scheinbar von selbst, zog das rechte Bein an und legte die linke Hand auf das Herz. Dieses Ereignis wurde 1634 erstmals schriftlich erwähnt.
Die Nachricht verbreitete sich rasch, und das Jesuskind wurde zum Ziel einer Wallfahrt. Bis heute suchen Gläubige Trost und Beistand bei der Figur, besonders schwangere Frauen und Kranke.
Die Gewänder des Sarner Jesuskindes
Je nach liturgischer Zeit wird das Jesuskind in verschiedene Gewänder gekleidet. Besonders bekannt ist ein rotes Samtkleid mit goldenen Verzierungen, das angeblich von Königin Agnes von Ungarn stammt. Ob dies tatsächlich zutrifft, bleibt ungewiss, doch es handelt sich um ein wertvolles höfisches Textil.
Der Klostergarten – Tradition und Begegnung
Seit der Gründung des Klosters spielte der Klostergarten eine zentrale Rolle in der Selbstversorgung und Meditation der Nonnen. Heute wird er nachhaltig bewirtschaftet und verbindet klösterliche Tradition mit modernem ökologischem Bewusstsein. Zugang zum Klostergarten ist für Aussenstehende jedoch nur mit einem Abonnement von selbsterntegarten.ch erlaubt.
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